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Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat die Menschen am Heiligen Abend dazu aufgerufen, offen für Gerechtigkeit und gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche anzutreten. Dazu gehöre auch die Freiheit der Rede und der Kunst, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland am Sonntag in der Marktkirche in Hannover. "Wir werden immer wieder die Botschaft 'Friede auf Erden' der Engel weitersagen gegen alle Kriegsmaschinerie und gegen allen Rüstungswahn." |
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Es sei wichtig, sich auch für die Würde der Alten und Kranken einzusetzen, die in der Leistungsgesellschaft nicht mithalten könnten. "Wer schwach und verletzbar ist im Leben hat den gleichen Wert vor Gott wie die imposante Schauspielerin oder der erfolgreiche Unternehmer", sagte die Bischöfin und fügte hinzu: "Wir werden uns nicht reduzieren lassen auf Einkaufsmaschinen oder Lohnempfänger." |
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Die Botschaft vom Frieden, die Gott mit dem Jesuskind in der Krippe in die Welt bringe, halle am Heiligen Abend über alle Geräuschkulissen hinweg in die Wohnungen in Deutschland. Sie setze ein Signal im Irak, lasse die Menschen im Sudan ihre Häupter erheben und töne auch gegen den Hass im Heiligen Land. |
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An Weihnachten sei es besonders wichtig, nicht perfekt sein zu müssen, sagte Käßmann weiter: "Stehen wir zu unseren Schwächen. Sprechen wir aus, was uns belastet. Nehmen wir uns Zeit, anderen zuzuhören." Niemand müsse den starken Macker markieren. Die Geborgenheit, die das Bild von Maria, Josef und dem Kind ausdrücke, sei kein Perfektionismus, der Familien unter Druck setzen müsse. Es sei die Freiheit, sich bei Gott geborgen zu fühlen. |
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(epd Niedersachsen-Bremen/b3666/22.12.06) |
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Weihnachtsbotschaft der Bischöfin |
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„Ich bin der Weg...“ (Johannes 14, 6) |
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Weihnachten feiern wir gemeinsam, was dieses Fest bedeutet: Gott kommt in die Welt! |
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Wenn wir die alte Geschichte aus dem Lukasevangelium hören, rückt sich vieles ein Stück zurecht. Da wird wieder deutlich, worum es in all den Weihnachtssymbolen geht: Die vielen Lichter stehen dafür, dass dieses Kind das Licht der Welt sein wird, das dem Dunkel des Todes entgegensteht. Die Engel, sie erinnern an den Engel, der Maria diese besondere Geburt ankündigte und an die Engel, die den Hirten verkündeten, was da geschehen war in Bethlehem. Und all die Sterne beziehen sich auf den Stern, dem die Weisen folgten. |
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Am Heiligen Abend gehen uns oft viele Gedanken durch den Sinn. Nicht nur, ob das Essen gelingt und die Geschenke passen! Wir denken zurück an Weihnachten, die wir erlebt haben. Wie war das noch in unserer Kindheit mit Vater und Mutter, die vielleicht längst verstorben sind? Auch die Jüngeren erinnern sich an das letzte Jahr, an eine Situation, an ein Geschenk, an Gefühle und Fragen. Weihnachten ist wie eine Zäsur, die jedes Jahr markiert, wo wir stehen: Wie war das damals? Wie war das vergangenes Jahr? Wie wird es sein heute und im Jahr 2007? |
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Unser Leben ist wie eine Spur durch die Welt und durch die Zeit. Diese Spur ist bei den einen länger, bei den anderen kürzer. Aber das hat nichts mit der Bedeutung eines Lebens zu tun. Jedes Leben ist ein ganz eigenes Geschenk. Es ist von Gott geschenkte Zeit, die wir nutzen können, die wir verantworten. Auf unserem Lebensweg gibt es viele Möglichkeiten abzuzweigen. Das beginnt schon in der Schulzeit. Dann kommt die Berufswahl. Finden wir einen Lebenspartner, eine Partnerin? Gründen wir eine Familie oder nicht? Abzweigungen. Ich denke nicht, dass wir bereuen sollten, wann wir wo abgezweigt sind. Wir können ja nicht zurück. Aber wir dürfen wissen: Dieser Weg geht nach vorn hin, auf Gott zu. |
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Jesus, der Mann, der damals als Kind in der Krippe lag, hat gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Das ist mir wichtig. Jesus selbst zeigt uns den Weg zu Gott, ja er ist dieser Weg. Und er weiß ja etwas von unseren Ängsten und Sorgen. Gott wurde selbst Mensch aus Liebe zu den Menschen. In einem Kirchenlied heißt es: „Er selbst kommt uns entgegen, die Zukunft ist sein Land.“ Das ist ein schönes Bild. Auf unserem Lebensweg kommt uns Gott schon entgegen und will uns mitnehmen in seine Zukunft. Unser Leben endet nicht in einer Sackgasse, sondern es ist eine Einbahnstraße auf Gott hin, wie viele Abzweigungen wir auch nehmen mögen. |
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Beim Thema Weg geht so manchen von uns im Rückblick auf das vergehende Jahr das Lied von Xavier Naidoo durch den Sinn, das unsere Nationalmannschaft vor den WMSpielen gehört hat: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer. Nicht mit vielen wirst du dir einig sein ... manche treten dich, manche lieben dich, manche geben sich für dich auf, manche segnen dich ...“ – das spiegelt für viele die Erfahrungen auf dem eigenen Lebensweg. Gott aber segnet dich immer, das sagt uns die Bibel. Gott will den Weg mit dir gehen. |
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Dabei ist jeder Lebensweg ein ganz eigener. Wir müssen in Verantwortung vor Gott und den Menschen manche Entscheidung treffen. Es mag sein, dass wir die eine oder andere bereuen oder später als Fehler erkennen. Das aber ist für uns als Christinnen und Christen nicht das Ende. Gott liebt uns nicht, weil wir sind, wie wir sind, sondern obwohl wir sind, wie wir sind. Auch unsere Schwächen und unser Scheitern sind aufgehoben bei Gott. Deshalb können wir singen auch wenn wir traurig sind, deshalb wissen wir uns geborgen, auch wo wir Fehler machen. |
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Einige dürfen wir auf ihrem Weg begleiten. Unsere Eltern oder unsere Kinder, unsere kranke Nachbarin, den guten Freund. Da können wir manchen ein Engel sein und immer wieder selbst erfahren, dass andere für uns da sind. Auf dem Weg müssen wir nicht allein sein, nicht nur Gott begleitet uns, auch Menschen, wenn wir uns für sie öffnen. |
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Heute ist nun ein Abend, an dem wir zur Ruhe kommen wollen auf unserem Lebensweg. In all dem Rennen und Kaufen und Nachdenken, in der Angst, die es auch gibt vor dem Weihnachtsfest, ob es gelingt in der Familie, ob wir allein sind oder gemeinsam feiern. Wir wenden uns dem Kind in der Krippe zu. Im Lukasevangelium., das in den Kirchen in aller Welt heute Abend gelesen wird, rufen die Engel den Hirten auf dem Feld zu: „Euch ist heute der Heiland geboren!“ |
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Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage, Ihre |
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Margot Käßmann |
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