Turm der Johannes-der-Täufer Kirche in Uetze

Gemeinden teilen sich die Arbeit

Luther-Mahl und Fest zum Abschluss der dritten Phase Organisationsentwicklungsprozesses



Mit einer Festveranstaltung plus anschließendem Luther-Mahl in der Uetzer St.-Johannes-der-Täufer-Kirche hat der Kirchenkreis Burgdorf am Vorabend des Reformationstages einen vorläufigen Schlusspunkt unter das im Jahr 2005 angeschobene sogenannte Organisationsentwicklungsprojekt gesetzt.

Wie lebendig die Gemeindelandschaft im Kirchenkreis ist und was sich hinter dem theoretischen Begriff Organisationsentwicklungsprozess (OEP) verbirgt, davon konnten sich die rund 80 Besucher am Sonntagabend in der Uetzer Kirche überzeugen.



Die Moderatorin des Abends und Koordinatorin des OEP, Pastorin Susanne Paul, befragt Pastor
Mirko Peisert aus Steinwedel nach Erfahrungen mit den Kloster- und Oasentagen in seiner Gemeinde.
Foto: Hornig

Glaubenskurse und Pilgern in Steinwedel, Friedhofskultur in Immensen und neue Modelle der Konfirmandenarbeit in Uetze: 13 der 18 Gemeinden des Kirchenkreises haben sich aktiv am OEP beteiligt, bei dem es in den vergangenen zwei Jahren darum ging, in der Gemeindearbeit neue Schwerpunkte zu setzen. Einige Ergebnisse präsentierte Pastorin Susanne Paul, Sprecherin der OEP-Lenkungsgruppe, den Anwesenden in Form von Interviews.


Ziel des Projektes sei es, für die zu erwartenden Veränderungen gut gerüstet zu sein, sagte Paul. Damit stünde man in gut lutherischer Tradition. Schließlich habe auch der Reformator gefordert, dass sich die Kirche immer wieder erneuere, um mit ihrer Botschaft die Menschen zu erreichen.


Dieser Forderung schloss sich Helge Adolphsen, langjähriger Hauptpastor am Hamburger Michel, in seinem Vortrag „Aufbrechen und Bewahren – zwischen Kirchenfrust und Gotteslust“ nahtlos an. In Zeiten starker Individualisierung erwarteten die Menschen eine Gotteserfahrung, die sie in ihrer persönliche Situation anspreche. Die Zeiten, in denen jede Gemeinde alle Arbeitsfelder quasi zur geistlichen Grundversorgung komplett abdecken könne, sei damit vorbei. Sorgfältig ausgewählte und in einzelnen Gemeinden zentralisierte Schwerpunkte wie Jugendarbeit, Musik und Diakonie seien es, mit denen die Kommunikation des Evangeliums auch langfristig zeitgemäß gelingen könne.

(Der Vortrag steht links zum Download zur Verfügung).



Zur Feier des Tages hatte Thea Thees nach Rezepten aus dem Jahr 1460 ein Luther-Mahl mit Köstlichkeiten wie Schweinebraten mit Ingwer, Rübengemüse mit Honig und Hirsebrei mit Holunder vorbereitet. Für weiteren Augen- und Ohrenschmaus sorgten in mittelalterliche Kleidung gewandete Serviererinnen und die Flötengruppe aus St. Pankratius.


aus:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Anzeiger für Burgdorf und Uetze
vom 1. November 2011
Red. Sandra Köhler, Burgdorf



Die Kirchenvorsteherin Thea Thees aus Burgdorf und
"Chefköchin" des Luthermahls schneidet den Schweinebraten
für die 80 Gäste in der Uetzer Kirche.
Foto: Hornig